Presseaussendung vom 21. Mai 2015

GLOBAL 2000 und MarketWatch: Mehr als 50 % der Onlineshops schneiden beim Check der  Energieverbrauchs-Kennzeichnung mangelhaft ab

Bei neuen Elektrogeräten müssen seit Anfang 2015 auch Onlinehändler Energielabel und Produktdatenblatt mit weiterführenden Informationen anzeigen. Nicht einmal die Hälfte der Anbieter hält sich daran.

Wien, 21. Mai 2015:
MarketWatch, eine von der EU geförderte Initiative unterschiedlicher Konsumenten- und Umweltschutzorganisationen und GLOBAL 2000 als deren Vertretung in Österreich überprüften von Dezember 2014 bis März 2015 bei 1.838 Haushaltsgeräten und Leuchtmitteln (davon 11 Leuchtmittel bzw. 1.827 Haushaltsgeräte) Energie-Labels bzw. die Einhaltung von Ökodesign-Vorschriften. Im Fokus der GLOBAL 2000 Untersuchung bei 10 Einzelhändlern in der Steiermark und in Tirol und bei 10 Onlinehändlern stand, ob es KonsumentInnen überhaupt möglich ist, das Energielabel zur Kaufentscheidung heranziehen zu können. Ohne Energie-Label müssen sich die KonsumentInnen nämlich mühsam die verstreuten Energiedaten zusammen suchen. Das Label hingegen bündelt diese Informationen und stellt sie für KonsumentInnen einfach zu handhaben und im bereits vertrauten Format dar. Europaweit wurden 220 Shops kontrolliert.

2. GLOBAL 2000 Energielabel-Check zeigt Verbesserung – aber noch immer Aufholbedarf
Diese und andere Ökodesign- und Energielabel-Parameter wurden schon zum zweiten Mal in Österreich im Detail überprüft. Hat sich etwas verändert? Online-Händler hinken zwar mit nur 47 % korrekter Energieeffizienz-Kennzeichnung immer noch hinterher. Im Jahr zuvor waren jedoch lediglich 25 % richtig – das bedeutet zumindest schon eine deutliche Verbesserung. Aber die Verwirrung im Netz ist noch immer groß: Neben dem aktuellen Energie-Label finden sich parallel entweder veraltete oder gar keine Angaben zum Energieverbrauch der Produkte, was daran liegt, dass Onlinehändler das Energie-Label laut Gesetz nur für Produkte angegeben müssen, die ab 2015 auf den Markt gekommen sind.

„Wir freuen uns, dass die Energieeffizienzdaten wie gesetzlich vorgeschrieben schon bei rund der Hälfte der Webshops zu finden ist. Manche Shops kennzeichnen wirklich vorbildhaft mit dem Energielabel – so kann es auch beim Online-Kaufen wirklich als Entscheidungshilfe genutzt werden. Die andere Hälfte muss jetzt endlich nachziehen“, fordert Sibylle Egger von GLOBAL 2000.

Bei den stationären Einzelhändlern wurden 77 % der Haushaltsgeräte richtig gekennzeichnet, beim Check letztes Jahr waren es 76 %. Insbesondere die Produktgruppe der Staubsauger machte Probleme. Diese muss erst seit Anfang des Jahres mit dem Energie-Label versehen werden, das dürfte noch nicht ganz zu allen Einzelhändlern durchgedrungen sein: „Von 344 Staubsaugern im Einzelhandel waren nur 56 % richtig gekennzeichnet, bei den Wäschetrocknern waren es über 70 %. Bei den Geräte-Gruppen Kühlschränke, Elektroherde, Geschirrspüler und Waschmaschinen sind wir mit über 95 % richtigem Labeling schon sehr zufrieden. Bei den anderen muss noch nachgezogen werden“, präsentiert Egger die Ergebnisse im Detail.

Die überprüften Händler wurden bereits alle über die Ergebnisse informiert und gebeten, dazu Stellung zu nehmen. Die meisten kündigten eine Überarbeitung an bzw. bedankten sich für die zur Verfügung gestellten Informationen. Bei den Händlern dürfte es also noch einen großen Informationsbedarf geben.

Wie geht es mit dem Energie-Label weiter?
Ab 26.9.2015 kommt die Kennzeichnungspflicht mit Energie-Label für Raumheizgeräte und Warmwasserbereiter, ab Jänner 2016 für Wohnraumlüftungsgeräte. Außerdem wird die Energie-Labelling-Richtlinie überarbeitet. Denn die meisten Geräte erreichen bereits A++ oder A+++, beispielsweise ist ein Kühlschrank der Klasse A bereits nicht mehr erlaubt, bei Kühlgeräten ist die unterste, nach Ökodesign zugelassene Energieklasse A+. Bei unterschiedlichen Gerätegruppen sind so unterschiedliche Klassen, entweder A+ bis A+++, oder G-A zugelassen. Am Label abgebildet sind trotzdem immer 7 Energieklassen – das gilt es nun, für die Verbraucher/innen übersichtlich darzustellen und demgemäß anzupassen.
Die komplette Presseaussendung ist hier zu finden.

 

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